Juni 2025
📖 Mir aber hat Gott gezeigt, dass man keinen Menschen unheilig oder unrein nennen darf.
Apg 10,28 (E)
Wie oft ertappen wir uns dabei, dass wir bewusst oder unbewusst, Menschen in Schubladen stecken. Wir sehen ihr Äußeres, hören ihre Sprache, beobachten ihre Entscheidungen oder erfahren von ihrer Vergangenheit … und in uns zieht ein stilles Urteil vorbei.
Manchmal bleibt es aber auch gar nicht nur still in uns, sondern wir sprechen es sogar laut aus.
Und wir merken, dass diese Gedanken unsere Haltung verändern und uns sogar auf inneren Abstand bringen und vielleicht sogar auf äußeren Abstand.
Kennst du solche Situationen?
Wenn ja bist du damit nicht allein. Doch nur weil wir sie kennen und weil auch andere es so machen, heißt es noch lange nicht, dass es gut ist.
In der Bibel lesen wir eine ähnliche Situation, in der Petrus steckte und aus seinem Mund kommt auch unser Monatsspruch für diesen Monat.
Petrus wurde von Gott gerade gerückt.
Und er sagt, „Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen unheilig oder unrein nennen soll.“
Diese Worte gelten aber auch mir und dir.
Und mich trifft dieser Satz jedes Mal neu ganz tief.
Denn ich kenne beides in meinem Leben:
Die Momente, in denen ich, sei es bewusst oder unbewusst, auf andere herabgesehen habe.
Momente in denen ich Menschen in Schubladen steckte oder meinte ich weiß es besser als sie.
Aber ich kenne auch die Momente, in denen ich selbst als „zu viel“, „zu wenig“ oder als „nicht passend“, empfunden wurde.
Wo ich nicht reingepasst habe, wo ich verurteilt wurde, wo andere dachten, sie wüssten, wer ich bin, und es doch nicht wussten.
Und genau da spricht Jesus hinein.
Er sieht den Menschen.
Er sieht das Herz.
Er sieht nicht nur das, was offensichtlich ist, sondern auch das, was zerbrochen ist.
Das, was verletzt ist. Und das, was nach Liebe schreit, sich aber nicht traut, es zu zeigen.
Er sieht hinter die Fassade. Hinter das „Falschsein“. Hinter die Masken, hinter die Mauern.
Als Petrus das von Gott hört, steht er an einem Wendepunkt.
Denn er erkennt: Ich habe Menschen ausgeschlossen, die Gott längst eingeladen hat.
Und ich frage mich: Wie oft geht es uns ähnlich?
Wie oft sagen wir vielleicht:
„So jemanden kann Gott doch nicht gebrauchen.“
„Der ist noch viel zu kaputt.“
„Sie lebt nicht nach Gottes Ordnungen.“
„Er hat doch schon so viel falsch gemacht.“
Aber Jesus?
Jesus hat mit genau diesen Menschen Gemeinschaft gehabt.
Mit den Zöllnern, den Ehebrechern, den Ausgestoßenen, den Kranken, den Verachteten.
Und sie haben erlebt, dass sie nicht unheilig waren, sondern geliebt.
Sie waren nicht „unrein“, sondern würdig, angenommen zu werden.
Nicht wegen ihrer Leistungen, sondern wegen seiner Gnade.
Durch diesen Bibelvers ruft uns der Heilige Geist dazu auf, unser Herz ganz neu von ihm weiten zu lassen.
Dass wir lernen, so zu sehen, wie Jesus sieht.
Dass wir uns nicht von Unterschieden abschrecken lassen, sondern uns von Gottes Liebe bewegen lassen.
Dass wir aufhören, Menschen abzuschreiben, und anfangen, sie in Gottes Geschichte hineinzulieben.
Und vielleicht beginnt dieser Weg damit, dass wir uns auch selbst anschauen.
Vielleicht gibt es auch in deinem Leben Anteile, die du als „unrein“ oder „nicht gut genug“ empfindest.
Vielleicht verurteilst du dich selbst innerlich, und denkst, Gott könne dich nur segnen, wenn du erst „besser wirst“.
Doch ich sage dir: Nein.
Gott hat dich jetzt schon angesehen, mit Augen voller Liebe.
Er nennt dich nicht „unheilig“.
Er nennt dich sein Kind.
Und er nimmt dich an wie du bist.
Wir alle sind angenommen wie wir sind und Gott selbst formt uns zu dem was wir sein sollen. Schritt für Schritt. Doch nie wird er uns ausgrenzen oder uns abstempeln.
Darum lass dich heute von ihm einladen.
Seine Liebe gilt für alle, auch für dich.
Seine Annahme gilt für alle, auch für dich.
Lass dich heute neu von dieser Wahrheit umarmen:
Es gibt keinen Menschen, den Gott als unrein sieht.
Nicht dich, nicht deinen Nachbarn, nicht den Fremden, nicht den Sünder, nicht den Verletzten.
Gottes Blick ist voller Hoffnung, voller Gnade, voller Heilung.
Und er lädt uns ein, mit diesem Blick unterwegs zu sein.
Nicht mit dem Finger zu zeigen, sondern mit dem Herzen zu dienen.
Nicht abzugrenzen, sondern Brücken zu bauen.
Nicht zu urteilen, sondern zu lieben.
Bist du bereit es umzusetzen?
