April 2025
📖 Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete?
Lk 24,32 (L)
Kennst du das Gefühl, dass dein Herz brennt?
In der Bibel lesen wir die Geschichte der Jünger von Emmaus? Zwei von ihnen machen sich nach dem Tod von Jesus auf den Weg von Jerusalem in das Dorf Emmaus. Sie sind voller Trauer und Enttäuschung, verwirrt und desillusioniert. Alles, was sie erhofft hatten, ist zerronnen. Doch auf diesem Weg begegnen sie einem Fremden, der sie fragt, warum sie so traurig sind. Sie erzählen ihm von den Ereignissen, die ihre Welt erschüttert haben: von der Kreuzigung Jesu, von den Hoffnungen, die nun zerstört schienen.
Und dieser „Fremde“ beginnt, mit ihnen zu sprechen. Er öffnet ihnen die Schriften, erklärt ihnen die Prophezeiungen, die sich in Jesus erfüllt haben. Doch sie erkennen nicht, dass es Jesus selbst war, der mit ihnen ging.
Erst später, als sie mit diesem Fremden zusammen an einem Tisch sitzen und das Brot brechen, öffnen sich ihre Augen, sie erkennen ihn. Es ist Jesus, der auferstandene Herr. Und in diesem Moment sagen sie zueinander:
📖 Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Weg und uns die Schrift öffnete?
Lk 24,32
Ihr Herz war entflammt, es brannte schon auf dem Weg, doch sie achtete nicht darauf. Es brannte ohne dass sie es zunächst verstanden.
Diese Geschichte spricht von einer tiefen Wahrheit: Manchmal erkennen wir Gottes Nähe erst im Rückblick, wenn wir mit einem offenen Herzen und einem klaren Blick zurückschauen. Die Jünger haben auf dem Weg nichts erkannt, doch während sie das Brot brachen, geschah etwas in ihnen. Plötzlich wurde ihnen klar, den ganzen Weg, in ihrer Traurigkeit, war Jesus bei ihnen gewesen. Sie hatten es nur vor lauter Trauer und Enttäuschung nicht gemerkt, wir ihr Herz begann zu brennen. Ihnen wurde plötzlich klar, dass Jesus nicht abwesend, sondern mitten unter ihnen war, in den Worten, in der Begegnung, und in dem ganz einfachen Moment des Essens.
Und vielleicht kennst du das auch. Es gibt Momente in deinem Leben, da fühlt sich alles dunkel und chaotisch an. Du steckst fest in deinen Gedanken, in deinen Ängsten oder in deinem Schmerz. Vielleicht ist dein Glaube erschüttert, du fragst dich, wo Gott in all dem ist. Du gehst durch deinen Alltag, als ob du auf einem unbekannten Weg wanderst, ohne zu wissen, was als Nächstes kommt. Doch genau wie bei den Jüngern von Emmaus kann auch dein Herz wieder brennen, ohne dass du es sofort merkst. Es passiert nicht immer in den großen, dramatischen Momenten des Lebens, sondern in den leisen, unerwarteten Begegnungen und Momenten. Doch vor lauter Traurigkeit, Angst und Sorgen, bleibt die Gegenwart Jesu unerkannt. Doch ich möchte dich einladen bewusster darauf zu achten. Denn vielleicht ist es ein vertrautes Gespräch, eine unerwartete Geste der Liebe, ein Gedanke, der dich plötzlich bewegt, ein liebes Wort oder eine Ermutigung eines Menschen oder durch Gottes Wort, die dein Herz berühren will und brennen lässt. In diesen kleinen, scheinbar zufälligen Momenten kann Gott zu dir sprechen, und dein Herz kann wieder entflammt werden.
Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, deine Augen zu öffnen und dich zu fragen: „Wo war Gott in meinem Leben?“ „Wo ist er vielleicht gerade in diesem Augenblick und möchte mir etwas sagen?“ Wo hat er dir vielleicht schon längst den Weg gewiesen, ohne dass du es wahrgenommen hast? Sei aufmerksam, höre zu und öffne dein Herz, der Moment, in dem dein Herz brennt, ist vielleicht gerade jetzt.
Glaube daran: Du bist nicht allein auf deinem Weg. Jesus ist immer an deiner Seite, auch wenn du ihn nicht erkennst.
