März 2025
📖 Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken.
Lev 19,33 (E)
Es gibt Momente im Leben, in denen wir uns fremd fühlen, in einer neuen Stadt, einem neuen Job, einer neuen Gemeinde. Vielleicht bist du selbst gerade irgendwo neu und weißt, wie es ist, unsicher zu sein, keinen Anschluss zu finden, vielleicht sogar auf Ablehnung zu stoßen. Fremdsein hat viele Gesichter. Es kann bedeuten, die Sprache nicht zu kennen, die Kultur nicht zu verstehen, oder einfach nicht in eine Gruppe hineinzupassen.
Doch es gibt auch die Fremden, die aus anderen Ländern zu uns kommen, mit einer anderen Kultur, einer anderen Geschichte und oft auch mit Herausforderungen, die wir nicht immer nachvollziehen können.
Und genau hier wird es schwierig, denn wir erleben in Deutschland, dass es unter Fremden auch Menschen gibt, die Gewalt ausüben, unsere Werte nicht teilen oder sich nicht an unsere Regeln halten. Es wäre naiv, das zu ignorieren oder zu verschönern. Aber es wäre genauso falsch, alle Fremden unter Generalverdacht zu stellen.
Gott fordert uns in seinem Wort auf, Fremde nicht zu unterdrücken. Das heißt nicht, dass wir alles tolerieren müssen, was sie tun. Es heißt nicht, dass wir Gesetze aufweichen oder Verantwortung abgeben. Aber es bedeutet, jedem Menschen mit Fairness zu begegnen, mit dem Respekt, den wir uns selbst wünschen würden, wenn wir in ihrer Situation wären.
Jesus selbst kannte auch das Gefühl, fremd zu sein. Er wurde von vielen abgelehnt, nicht verstanden und schließlich aus der Stadt gejagt.
Doch seine Antwort war nie pauschale Ablehnung, sondern immer differenzierte Liebe.
Er sah den Einzelnen, begegnete jedem persönlich, und das sollten wir auch tun.
Doch wie kann das für uns konkret aussehen, was heißt das für uns heute?
Es bedeutet, wachsam und klug zu sein, aber nicht hartherzig.
Es bedeutet, Menschen in Not nicht abzuweisen, aber auch nicht blind zu sein für das, was in unserem Land passiert.
Es bedeutet, den Einzelnen zu sehen, nicht die Masse, nicht das Klischee, nicht die Vorurteile.
Vielleicht gibt es heute jemanden in deinem Umfeld, der fremd ist, sei es ein Flüchtling, ein Kollege, ein neuer Nachbar oder jemand in deiner Gemeinde. Wer braucht deine Offenheit, dein Zuhören?
Wo kannst du jemandem mit Gottes Liebe begegnen, ohne Naivität, aber mit Herz?
Gott ruft uns dazu auf, keine Mauern der Angst oder des Hasses zu bauen, sondern Brücken der Wahrheit und Gerechtigkeit.
Lassen wir uns darauf ein?
